Roiweibla - Kellaweibla

Das Roiweible

Der Sage nach soll das Ruiweible ein altes hässliches Weib gewesen sein, das in den Wäldern unterhalb Schnaggenbergs, um Rieden und Eschach herum gespukt haben soll. Die Spukgestalt soll zu Lebzeiten eine Kindsmörderin gewesen sein, die im Rain (Roi) dafür lebendig begraben wurde und deshalb dort als Geist umgehen musste. Von einem Hirtenbuben wird berichtet, ihm habe das Weible eine Ofennudel geschenkt, obwohl er aus Angst vor der hässlichen unheimlichen Alten vorgab, er habe genug zu essen.
Diese Ofennudel soll mit Haaren geüllt gewesen sein. Ein anderes Mal soll ein Rosshirt mit dem Roiweible Bekanntschaft gemacht haben. In seiner Furcht und Bedrängnis habe er sich nur noch durch das Kreuzzeichen von dem unheimlichen Besuch befreien können.
Diese Gestalt des Ruiweible also wurde die erste Maskengruppe der Aitracher. Ursprünglich war die Schreibweise an die der Allgäuer Sagen angelehnt, aus der die Figur entnommen wurde. Später jedoch verwendete man die der Aitracher Mundart näherliegende schwäbische Version mit "oi", also das "Roiweible".

Zur Austattung der Roiweible gehört eine Umhängetasche, in der die Maskenträger die in der Sage erwähnten Ofennudeln tragen. In Anlehnung an die Erzählung sollten die Roiweible an die Zuschauer beim Umzug Ofennudeln verteilen.
In der Fasnet 1970 traten die Roiweible erstmals in Erscheinung. Damals gehörten zu dieser Maskengruppe auch noch eine Gruppe von Kuhhirten, Rosshirten und Holzfällern. Diese Zusatzgruppen wurde allerdings schon bald wieder aufgegeben.

Das Kellaweible

1983 wurde die Aitracher Narrenzunft um die Gestalt der Kellaweible bereichert. Nur wenige Jahre nach der Entstehung der Roiweible war der Wunsch nach einer zweiten Figur entstanden, die etwas lebhafter ist als die des ruhigeren Roiweible. Auch hier bemühte man die Aitracher Sagenwelt.

Kellaweible nannte man die Hausiererinnen, die allerlei Holzgerät verkauften, darunter auch die "Kella" (Kellen). Als Spukgestalt wird dieser Figur ein Erscheinungsbild vom lustigen Kobold bis zum Kinderschreck zugeschrieben. Die für den Raum südlich von Memmingen existierende Version, dass ein spukendes Kellaweible die büßende Seele einer Hausiererin sei, die ihre Kunden mit schlechter Ware hintergangen habe, wurde als Grundlage für die neue Maske genommen.

Die aus Kiefernholz geschnitzten Masken haben, je nach Vorliebe des Trägers, eine hellere oder dunklere Beizung. Das haubenartige rote Kopftuch rückt die Kellaweible in die Nähe der Hexen. Zur Ausstattung gehören die typischen hölzernen Löffel und Kellen aller Art.


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